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Foto: Fotolia/Robert Przybysz
22.07.2016, 18:00 Uhr

Die Gefäßchirurgie verändert sich

Operationen werden zunehmend minimalinvasiver

Wer mit Krampfadern und Besenreisern zu tun hatte, kennt die Begriffe „Veröden“ und „Strippen“. Diese Verfahren, die jahrzehntelang als Standard galten, werden abgelöst von modernen, oftmals für den Operateur komplizierteren, für den Patienten aber schonenderen Behandlungsmethoden. Vier Beispiele verdeutlichen die neue Ära der Gefäßbehandlungen:

Das VNUS-Closure-Verfahren (Radiowellen-Verfahren):

Bei diesem Verfahren wird eine spezielle Elektrode wie ein Katheter in die Vene eingebracht. Über ein Steuergerät wird ein definierter Hochfrequenzstrom an die Venenwand abgegeben, die oberste Zellschicht im Innern der Vene stark beschädigt und eine gezielte Vernarbung und der Verschluss der Vene herbeigeführt. Nach der Entfernung der Radiosonde wird im Verlauf des Gefäßes ein Druckverband angelegt. Die postoperativen Beschwerden sind gegenüber der endovenösen Lasertherapie geringer, die Behandlungszeiten sind ähnlich.

Beide Behandlungsmethoden sind auch in einer speziellen Form der örtlichen Betäubung, der „Tumeszenz-Lokalanästhesie“ durchführbar. Damit ist der Patient schneller wieder „auf den Beinen“ und hat im Vergleich zu den konventionellen Operationsverfahren eine deutlich kürzere Arbeitsunfähigkeitszeit.

Operationen nach dem CHIVA-Prinzip:

Das Prinzip der Operation im Rahmen der CHIVA-Behandlung beruht darauf, dass Krampfadern sich zurückbilden, wenn der falsche Blutfluss ausgeschaltet wird. Die überschüssige Menge an Blut, die die ehemals dünnen Venen erst zu Krampfadern gemacht hat, kann nach der Behandlung nicht mehr diese falschen Wege nehmen. Die Krampfadern werden nach festen Grundsätzen an bestimmten Stellen durchtrennt. Danach tritt das Blut nicht mehr rückwärts in die Krampfadern ein, es nimmt nicht mehr den falschen Weg und überfüllt die Venen nicht mehr. Das Blut aus den vielen gesunden Seitenästen kann dagegen in den vorhandenen Venen abfließen.

Die Venen werden im Idealfall wieder so dünn, wie sie früher einmal waren. Das Blut muss sich nach dem Eingriff keine neuen Wege suchen, der krankhafte Rückfluss ist jedoch ausgeschaltet.

Lasertherapie anstelle von Venenstripping:

Als Grundprinzip dient auch hier die Zerstörung der Venenwand durch Wärmeenergie, die bei diesem Verfahren durch eine dünne Lasersonde in die Vene eingebracht wird.

VenaSeal-Klebeversiegelung der Stammvenen:

Dieses Verfahren wird bisher nur an wenigen Zentren angewendet. Mit einem dünnen Katheter wird tröpfchenweise ein medizinisch angepasster Sekundenkleber in die Vene eingebracht und das Gefäß unter Ultraschallkontrolle für 30 Sekunden komprimiert. Danach ist die Vene dauerhaft verschlossen. Es ist nur eine örtliche Betäubung an der Hautpunktionsstelle notwendig, außerdem müssen die Patienten keine Kompressionsstrümpfe tragen. Der Patient kann die Praxis gleich wieder verlassen, eine Arbeitsunfähigkeit entfällt.

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