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Foto: Fotolia/Lauritz Afflerbach
08.11.2016, 18:00 Uhr

Der Weg zur Reha

Die Zeit nach einer Verletzung ist für die meisten Menschen eine Ausnahmesituation. So beantragen Sie Ihre Reha

Das Recht auf Reha

Laut § 4 Sozialgesetzbuch I hat jeder Sozialversicherte ein Recht auf die notwendigen Maßnahmen zum Schutz, zur Erhaltung, zur Besserung und zur Wiederherstellung der Gesundheit und Leistungsfähigkeit sowie zur wirtschaftlichen Sicherung bei Krankheit und Minderung der Erwerbsfähigkeit. Die Rehabilitation ist zu einer Pflichtleistung der Krankenkassen geworden, die zuständigen Kostenträger sind die Gesetzliche Krankenversicherung, die Gesetzliche Rentenversicherung oder die Private Krankenversicherung.

Die Reha-Maßnahmen

- Eine ambulante Reha hat das Ziel, den Patienten in Wohnortnaher Umgebung zu versorgen. Der Patient kommt nur tagsüber in die Rehaklinik.
- Die medizinische Rehabilitation und die Anschlussheilbehandlung erfolgt in der Regel in unmittelbarer Folge an eine Krankenhausbehandlung.
- Die Anschlussgesundheitsmaßnahmen kommen für Patienten in Frage, die in einer gesetzlichen Rentenversicherung, aber nicht in einer gesetzlichen Krankenkasse versichert sind.
- Die Berufsgenossenschaftliche stationäre Weiterbehandlung ist eine Rehamaßnahme für schwere Verletzungen bei Arbeitsunfällen und erfolgt im Anschluss an eine Akutbehandlung.
- Und beider Geriatrischen Rehabilitation wird ein möglichst nahtloser übergang von der Akutbehandlung im Krankenhaus zur medizinischen Rehabilitation angestrebt.

Der Reha-Antrag

Eine medizinische Rehabilitation muss beantragt werden. Das ärztliche Gutachten des behandelnden Arztes ist der erste Schritt. Gesetzlich Krankenversicherte können den Antrag aber auch direkt bei der Kasse oder der Rentenversicherung einreichen. Die Krankenkasse schlägt mehrere Gutachter zur Auswahl vor, um ein ärztliches Gutachten zu erstellen. Im Gespräch mit dem Hausoder Facharzt sollte beratschlagt werden, welche Rehabilitation in Frage kommt. Für eine Anschlussheilbehandlung oder eine Anschlussrehabilitation sendet das jeweilige Akutkrankenhaus die Anträge und die Befunde. Patienten mit Privatkrankenkasse und Ansprüchen bei der Rentenversicherung beantragen beim Rentenversicherungsträger eine Anschlussgesundheitsmaßnahme; diese kann auch nach der Entlassung aus dem Akutkrankenhaus innerhalb von sechs Wochen vom Klinikarzt bei der Rentenversicherung beantragt werden. Die Antragsformulare gibt es beim zuständigen Kostenträger.
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Computergestützte Therapiegeräte in der Ergotherapie im MediClin Reha-Zentrum Roter Hügel.   Foto: MediClin

Zuzahlungen

Nach Vollendung des 18. Lebensjahres beträgt die Zuzahlung bei fast allen medizinischen Rehabilitationsmaßnahmen zehn Euro pro Tag. Auf wie viele Behandlungstage die Zuzahlung begrenzt ist, hängt von der Art der Leistung, von der Dauer der Leistung, vom Kostenträger und von anderen bereits im Jahr der Rehabilitation geleisteten Zuzahlungen ab.

 

- Die Zuzahlungen für stationäre Rehabilitationsmaßnahmen sind in der Regel unbegrenzt, wenn die Krankenkasse der Kostenträger ist. Nur wenn die ambulante Rehabilitationsmaßnahme aus medizinischen Gründen länger als 42 Behandlungstage oder die stationäre Rehabilitationsmaßnahme länger als sechs Wochen dauert, wird die Zuzahlung auf 28 Tage begrenzt.
- Die Zuzahlungen für stationäre medizinische Rehabilitationsmaßnahmen eines Rentenversicherungsträgers sind auf höchstens 42 Tage innerhalb eines Kalenderjahres begrenzt.
- Die Zuzahlungen bei einer Anschlussheilbehandlung der Krankenkasse müssen Sie maximal 28 Tage innerhalb eines Jahres leisten.
- Die Zuzahlungen bei einer Anschlussheilbehandlung des Rentenversicherungsträgers müssen Sie höchstens 14 Tage innerhalb eines Jahres leisten.

Befreiung von Zuzahlungen

Die Befreiung von der Zuzahlung richtet sich beider gesetzlichen Krankenkasse nach dem Familienbruttoeinkommen. Es müssen ein bzw. zwei Prozent vom Familienbruttoeinkommen abzüglich eventueller Freibeträge zugezahlt werden, bevor man sich für den Rest des Jahres befreien lassen kann. Keine Zuzahlungen müssen geleistet werden bei

- ambulanten Rehabilitationsleistungen der Rentenversicherung
- Rehabilitationsleistung der gesetzlichen Unfallversicherung
- Bezug von übergangsgeld
- Kinderheilbehandlungen

Bescheid & Widerspruch

Ihr Antrag auf Rehabilitation wird vom jeweiligen Kostenträger aus sozialmedizinischer Sicht begutachtet und aus versicherungsrechtlicher Sicht geprüft. Daraufhin erhalten Sie einen Bescheid des Kostenträgers.

Wird Ihr Antrag abgelehnt, haben Sie die Möglichkeit dem Bescheid innerhalb eines Monats schriftlich zu widersprechen. Die Empfehlung lautet in diesem Fall, von Ihrem Recht Gebrauch zu machen, da die Rehabilitation nach einem Widerspruch sehr oft doch noch genehmigt wird.

Auswahl der Klinik

Falls Sie mit der vorgeschlagenen Einrichtung nicht einverstanden sind, können Sie ebenso Widerspruch einlegen. Denn nach § 9 Sozialgesetzbuch IX haben Sie ein Wunschund Wahlrecht bei der Auswahl der Rehabilitationsklinik. Bitten Sie einfach schriftlich um eine Ummeldung in die von Ihnen bevorzugte Klinik. Die gewünschte Klinik muss lediglich zertifiziert sein, und es dürfen der Wahl keine medizinischen Gründe dagegen sprechen.
Wenn Sie also eine bestimmte Reha-Klinik bevorzugen, können Sie dies in Ihrem Antrag an geeigneter Stelle vermerken. Hilfreich ist hier die Formulierung: „Ich mache von meinem Wunschund Wahlrecht Gebrauch, ich möchte in das ... (z. B. MediClin Reha-Zentrum Roter Hügel) in ... (z. B. Bayreuth).“

Das gesamte Leistungsspektrum des MediClin Reha-Zentrums Roter Hügel kann in Anspruch genommen werden, da das Zentrum Vertragsklinik der Deutschen Rentenversicherung (Bund) ist.
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