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Foto: Fotolia/greenpapillon
22.07.2016, 18:00 Uhr

Der Zeckenstich und seine möglichen Folgen

Eine Infektion mit Borrelien passiert oft unbemerkt, und bis die Symptome auftreten, kann einige Zeit vergehen

Hat man eine Zecke an seinem Körper entdeckt, die sich schon in die Haut gebohrt hat, dann ist schnelles Handeln angeraten. In der Regel dauert es einige Stunden, bis die Krankheitserreger in den Zecken in die Blutbahn des Menschen gelangen. Ein gründliches Absuchen nach einem Waldoder Wiesenspaziergang ist daher unerlässlich, und im Fall des Falles soll eine Zecke unverzüglich entfernt werden.

Keine Angst, es ist unwichtig, mit welchem Hilfsmittel das Insekt aus der Haut gezogen wird, mit einer Zeckenkarte, einer Pinzette oder einer Zeckenzange. Viel wichtiger ist es, den Zeckenkörper möglichst wenig zu quetschen und ihn mitsamt dem Kopf und dem Stechapparat aus der Haut zu entfernen. Experimente mit Klebstoff, Nagellack oder öl kommen zwar immer wieder vor, sind aber völlig kontraproduktiv, weil die Zecke im Stress des Erstickens viel Flüssigkeit und somit auch viele potenzielle Erreger in die Stichwunde abgibt.

Es ist in unserer Gegend davon auszugehen, dass etwa jeder zehnte Zeckenstich zu einer Infektion mit Borrelien führt. Der Begriff „Borreliose“ bezeichnet verschiedene Infektionskrankheiten, die durch unterschiedliche Bakterien der Gattung Borrelia (aus der Gruppe der Spirochäten) ausgelöst werden. Die Erkrankungen kommen sowohl beim Menschen als auch vielen anderen Säugetieren vor und sind äußerst vielfältig im Erscheinungsbild der klinischen Symptome. Durch einen Borrelienbefall können alle Körpergewebe geschädigt werden.

Die Lyme-Borreliose ist in Europa die häufigste Erkrankung, die durch Zecken mit dem Bakterium „Borrelia burgdorferi“ übertragen wird. Sie schädigt hauptsächlich die Haut, das Nervensystem und die Gelenke. Die häufig mit einer Infektion in Verbindung gebrachte Wanderröte tritt bei Weitem nicht bei allen Infektionen auf. Sie ist der sichtbare Beweis, dass es zu einer Borrelioseinfektion gekommen ist. Da innerhalb der ersten Wochen nach einem Zeckenstich noch keine messbaren Antikörperspiegel gegen Borrelienantigene gebildet werden („diagnostische Lücke“ vom Zeitpunkt von der Infektion bis zur ersten Antikörperproduktion) sollte bei Auftreten der Wanderröte nicht das Ergebnis einer Blutuntersuchung abgewartet werden, sondern unverzüglich eine Antibiotika-Therapie begonnen werden. Auch grippeähnliche Symptome deuten auf eine Infektionen mit Borrelien hin und sollten sofort ärztlich behandelt werden.
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