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08.11.2016, 18:00 Uhr

Mit dem Alter steigt die Wahrscheinlichkeit eines Schlaganfalls

Falsche Ernährung, zu wenig Bewegung, Rauchen und Alkoholkonsum gehören zu den Risikofaktoren

Der Oberbegriff Schlaganfall bezeichnet keine einheitliche Erkrankung. Die Hirninfarkte und Hirnblutungen, die darunter zusammengefasst werden, haben verschiedene Ursachen und bedingen daher verschiedene Therapien. Doch egal, wie der Schlaganfall medizinisch korrekt eingeordnet wird – er trifft noch immer viel zu viele Menschen. Alleine in Deutschland sind Jahr für Jahr 270.000 Patienten davon betroffen, ein Fünftel von ihnen stirbt an den Folgen innerhalb der ersten vier Wochen. Damit ist die Diagnose Schlaganfall nach Krebsund Herzerkrankungen die dritthäufigste Todesursache in Deutschland.

Ein Schlaganfall – der Hirninfarkt wird durch die Mangeldurchblutung des Gehirns hervorgerufen, bei der Hirnblutung tritt Blut in das Hirngewebe aus – kommt vornehmlich im höheren Lebensalter vor: Männer sind bei einem erstmaligen Schlaganfall im Durchschnitt etwa 70 Jahre, Frauen etwa 75 Jahre alt. Das hohe Alter von Schlaganfall-Patienten ist insbesondere vor dem Hintergrund der steigenden Lebenserwartung der Gesellschaft von Bedeutung. Aufgrund der Zunahme des Anteils der älteren Bevölkerung wird bei gleich bleibenden oder nur leicht sinkenden Neuerkrankungsraten damit gerechnet, dass die Zahl der Menschen, die mit den Folgen dieser Erkrankung leben, in Zukunft weiter ansteigen wird. Experten der Weltgesundheitsorganisation WHO sprechen daher bereits vom Schlaganfall als der kommenden Epidemie des 21. Jahrhunderts.

Das Alter gehört neben einer erblichen Vorbelastung zu den nicht beeinflussbaren Risikofaktoren für einen Schlaganfall. Aber es gibt viele Einflüsse auf das Krankheitsgeschehen, die durchaus durch den Menschen gesteuert werden können: etwa Bluthochdruck und Diabetes. Außerdem ist es wichtig, bestehende Erkrankungen kompetent behandeln und beobachten zu lassen, zum Beispiel das Vorhofflimmern des Herzens..
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Darüber hinaus hat die Lebensweise der Menschen einen erheblichen Einfluss auf die Wahrscheinlichkeit, einen Schlaganfall zu erleiden. Zu wenig Bewegung und falsche Ernährung, übergewicht, Rauchen oder der regelmäßige Genuss von Alkohol sind erhebliche Risikofaktoren. Die Deutschen wissen dies auch und haben eine gute Vorstellung davon, was ein gesundes Leben ausmacht. Doch an der Umsetzung des Wissens in die Praxis mangelt es noch. Dabei wäre rund die Hälfte der jährlich 270.000 Schlaganfälle in Deutschland nach Meinung vieler Experten durch eine richtige Ernährung, Bewegung und die Kontrolle von Risikofaktoren wie Bluthochdruck oder Diabetes zu verhindern.

Ein Vorhaben, das dringend angeraten scheint. Denn zum einen verursachen Schlaganfälle und deren Folgen erhebliche Kosten im Gesundheitswesen. Derzeit werden in Deutschland nach Angaben der Stiftung Deutsche Schlaganfall Hilfe für die jährlichen Behandlungsund Pflegekosten aller erstmaligen Schlaganfälle circa zwei Prozent der Ausgaben der gesetzlichen Krankenversicherung aufgewendet. Zum anderen ist die Erkrankung natürlich eine riesige Belastung für jeden einzelnen Betroffenen. Schließlich bleibt rund die Hälfte der überlebenden Schlaganfall-Patienten dauerhaft behindert und auf fremde Hilfe angewiesen. Aktuell, so Schätzungen, leiden fast eine Million Bundesbürger an den Folgen eines Schlaganfalls. Die häufigsten Beschwerdebilder sind neben einseitigen Lähmungen und Gefühlsstörungen der Arme und Beine, die Sprach-, Schluck-, Seh-, und Gleichgewichtsstörungen sowie Bewusstseins- und Wahrnehmungsstörungen.

Der FAST-Test

Einen Schlaganfall kann man häufig gut erkennen. Inzwischen hat sich der sogenannte FAST-Test etabliert, mit dem sich ein Schlaganfall innerhalb weniger Sekunden feststellen lässt. Tritt eines der darin beschriebenen Merkmale im Gesicht, an den Armen oder in der Sprache auf, muss der Patient sofort als Notfall in ein Krankenhaus gebracht werden. Das ist besonders wichtig, da die ersten Stunden nach dem Schlaganfall ganz entscheidend für den Therapierfolg sind. Erste Anlaufstelle wäre eine sogenannte Stroke-Unit, eine auf Schlaganfälle spezialisierte Abteilung innerhalb eines Krankenhauses, oder eben die Notaufnahme.
F – A – S – T:
Face (Gesicht) – Arms (Arme) – Speech (Sprache) – Time (Zeit)

Face: Bitten Sie die Person zu lächeln. Ist das Gesicht dabei einseitig verzogen, deutet dies auf eine halbseitige Lähmung hin.

Arms: Lassen Sie den Betroffenen die Arme nach vorne strecken und dabei die Handflächen nach oben drehen. Bei einem Schlaganfall können meist nicht beide Arme gehoben, gesenkt oder gedreht werden.

Speech: Lassen Sie sofort die Person einen einfachen Satz nachsagen. Ist sie dazu nicht in der Lage oder klingt die Sprache verschwommen, liegt vermutlich eine Sprachstörung vor.

Time: sofort den Notruf 112 wählen.
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