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Foto: Praxis Dr. Andreas Hübner
08.11.2016, 18:00 Uhr

Krebs und Onkologie – Krankheit und Wissenschaft mit vielen Gesichtern

Die onkologischen Behandlungsmöglichkeiten haben sich über die letzten Jahre sehr verändert, verbessert und individualisiert

Die Onkologie ist der Zweig der inneren Medizin, der sich der Prävention, Diagnostik, konservativen Therapie und Nachsorge von malignen Erkrankungen und Tumoren widmet. Der Begriff „Tumor“ bezeichnet eine Geschwulst, die entweder malign (bösartig) oder benign (gutartig) sein kann. Der Begriff „maligne“ wiederum bezeichnet Erkrankungen oder einen Krankheitsverlauf, der fortschreitend zerstörerisch wirkt und zum Tod führen kann. Kriterien der Malignität sind:

- Bildung von Metastasen
- lokal infiltrierendes, zerstörerisches (destruierendes) Wachstum
- weitgehende Entdifferenzierung, die Tumorzellen ähneln nicht mehr dem ursprünglichen Gewebe, aus dem sie stammen

Die Kenntnis von Risikofaktoren der einzelnen Patienten ist besonders in der Krebsprävention von entscheidender Bedeutung. Eine gründliche Anamnese ist unverzichtbar, wobei die Familiengeschichte mittlerweile weniger bedeutsam ist, als man noch vor wenigen Jahren annahm.

Krebsvorbeugung

Folgende sieben Punkte, die jeder Mensch selbst aktiv gegen eine mögliche Krebserkrankung ins Feld führen kann, sind:

- Verzicht auf Tabakkonsum
- Vermeidung der Fettleibigkeit
- Tägliche körperliche Bewegung
- Fünfmal am Tag eine Mahlzeit aus Obst und Gemüse und reduzierte Aufnahme von tierischen Fetten
- Höchstens zehn (bei Frauen) bzw. zwanzig (bei Männern) Gramm Alkohol pro Tag
- Keine exzessive Sonnenexposition speziell bei Kindern und Jugendlichen
- Strikte Einhaltung der Vorschriften für den Umgang mit (potenziell) krebserregenden Substanzen.
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Foto: Praxis Dr. Andreas Hübner
Krebsvorsorge:

Je eher ein Krebs erkannt wird, desto besser die Heilungsaussichten, zudem sind die Eingriffe kleiner und gewebe- schonender. Viele Krebserkrankungen werden nach einer Selbstuntersuchung von Patienten diagnostiziert. Ein Arztbesuch ist empfehlenswert bei:

- ungewöhnlichen Schwellungen
- Wunden, die nicht abheilen
- Hautveränderungen, wie z.B. ein dunkler Fleck oder ab norme Blutungen
- chronischem Husten oder anhaltender Heiserkeit
- einer Veränderung beim Stuhlgang oder beim Urinieren
- einem unerklärlichen Gewichtsverlust und unerklärlichen Temperaturen
- fühlbaren Veränderungen beim Abtasten des Brustgewebes

Behandlungsmethoden

Die wichtigsten Behandlungsmethoden der Onkologie sind:

- Chirurgische Tumorentfernung
- Strahlentherapie (Radiologie)
- Chemotherapie
- Medikamentóse Therapie, z.B. immunmodulatorische Behandlungen

Diese Therapien sollen den Tumor entweder entfernen oder zerstören (kurative Therapie) oder falls dies nicht möglich ist, den Tumor verkleinern, die Lebenszeit des Patienten verlängern und seine Beschwerden lindern (palliative Therapie).

Langzeiteffekte

Die überlebensraten von Tumorpatienten standen lange Zeit im Zentrum der onkologischen Behandlungen. Mittler- weile sind die Behandlungsmethoden jedoch so ausgereift und in vielen Fällen so zielführend, dass die langfristigen Beschwerden durch Nebenwirkungen (beispielsweise der Chemotherapie) immer mehr Beachtung finden. Patienten mit malignen Melanomen hatten früher eine so geringe überlebenschance, dass die Behandlungsmethoden sehr intensiv eingesetzt wurden. Heute hat sich das insofern verändert, dass die Therapien auch bei diesen Krebsarten so gut wirken, dass Patienten vielfach fünf oder zehn Jahre krebsfrei leben können.
Sowohl die Chemotherapie als auch die Strahlentherapie hinterlassen Spuren im Körper, die noch nach vielen Jah- ren oder Jahrzehnten zu Folgeerkrankungen führen können. Nervenschädigungen, Kardiomyopathie oder Schwerhörig- keit können langfristige Nachwirkungen einer onkologischen Therapie sein. Daher versuchen Onkologen immer öfter, die Intensität der Therapie so weit wie möglich zu verringern und trotzdem ein genauso gutes Therapieergebnis zu erzielen. Zudem werden meist alle Therapieverfahren miteinander kombiniert.
Folgende Krebsvorsorge-Untersuchungen sind Kassenleistungen:

Für Männer
- ab 35 Jahren: Hautkrebs-Screening alle zwei Jahre
- ab 45 Jahren: jährliche Untersuchung der Geschlechts Organe zur Früherkennung von Prostatakrebs
- ab 50 Jahren: jährliche Untersuchung zur Früherkennung Von Darmkrebs angeboten
- ab 55 Jahren: erweiterte Früherkennungsuntersuchung Von Darmkrebs: alle Zwei Jahre Schnelltest auf verborgenes Blut im Stuhl oder zwei Darmspiegelungen im Abstand. Von zehn Jahren

Für Frauen:
- ab 20 Jahren: einmal jährlich Untersuchung zur Früherkennung von Krebserkrankungen der Geschlechtsorgane
- ab 30 Jahren: einmal jährlich Untersuchung der Brust und der umliegenden Hautregion
- ab 35 Jahren: Hautkrebs-Screening alle zwei Jahre
- ab 50 Jahren: einmal jährlich Untersuchung zur Früherkennung von Darmkrebs mit Schnelltest auf verborgenes Blut im Stuhl
- ab 50 bis 69 Jahren: Einladung zum Mammographie Screening alle zwei Jahre
- ab 55 Jahren: erweiterte Früherkennungsuntersuchung Von Darmkrebs: alle zwei Jahre einen Test auf verborgenes Blut im Stuhl oder zwei Darmspiegelungen im Abstand. Von zehn Jahren..
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