Anzeige
Die Knospenheide erblüht nicht voll, daher bleibt die Blütenanlage aber insgesamt länger erhalten. Fotos: Andrea Warnecke/dpa-tmn
Die Knospenheide erblüht nicht voll, daher bleibt die Blütenanlage aber insgesamt länger erhalten. Fotos: Andrea Warnecke/dpa-tmn
10.09.2019, 11:00 Uhr

Die Ablösung ist da

Die Sommerblumen sind weg, die Heide kommt: Im Garten wird nun der Fokus zunehmend auf herbstliche Bepflanzung gelegt.

Die Heide ist eine karge Landschaft, die aber überraschend eindrucksvoll wird, wenn sie erblüht. Dann wird aus der weiten, baumlosen Ebene ein farbiger Teppich. Einige Heidepflanzen schaffen das auch im Garten – in einer Zeit, wenn Blüten und eindrucksvolle Gewächse auf dem Rückzug sind in die Ruhephase. Heidekraut kann hier also die Sommerblumen ablösen.

Dazu gehören vor allem die Besenheide (Calluna vulgaris) und die Schneeheide (Erica carnea). Sie finden Hobbygärtner am ehesten im Handel, berichtet Diplom-Agraringenieur Ulrich Häger. Damit sie gut im Garten gedeihen können, brauchen Heidepflanzen besondere Bodenverhältnisse: Der Boden muss leicht sauer sein. „Der Humusgehalt sollte hoch und eine gute Durchlässigkeit vorhanden sein“, ergänzt Heide-Händler Häger. Und der Feuchtigkeitsgehalt sollte ausgeglichen sein.

Die kultivierte Schneeheide (Erica carnea) für den Garten erblüht bis in den Spätherbst hinein.
Die kultivierte Schneeheide (Erica carnea) für den Garten erblüht bis in den Spätherbst hinein.
Gerade nach einem heißen Sommer sollte daher ein nicht geeigneter Boden ausgetauscht werden. Die Hitze hat für eine gute Zersetzung von Humusanteilen im Topfsubstrat gesorgt. Zwar benötigt man kein Produkt mit Langzeitdünger, aber es sollte eine hochwertige Erde sein. Sie lässt sich anschließend auch für die Frühjahrspflanzung verwenden. Ebenso wichtig ist es, dass man Heidekraut vor der Pflanzung schon gut wässert, so dass der Ballen feucht ist.

Eine sonnige Lage ist am besten, rät Häger. Hier nehmen die Blüten eine schönere Färbung an. Aber die Schneeheide könne auch im Halbschatten verwendet werden. Die Blütenfarbe kann der Hobbygärtner auch optisch intensivieren, indem er auf entsprechende Kombinationen im Topf oder Beet setzt. Ingrid Franzen, Gärtnerin und Floristin, empfiehlt im Herbst die Ergänzung mit Blattschmuck. „Zu den wichtigsten Partnern zählt Calostephalus mit seinen silbrigen Trieben“, sagt Franzen. Er bildet kleine, kugelige Büsche, die optisch die Kombination auflockern und eine edle Note ins Spiel bringen. Ebenso feingliedrig, aber noch deutlich lockerer wirkt die rankende Muehlenbeckia mit rundlichen kleinen Blättern. Sie bildet lange Triebe, die man an Zierelementen zwischen der Besenheide hochranken oder als Kaskaden fallen lässt. Mediterrane Kräuter passen ebenfalls dazu.

Als Partner für die Wintermonate sind vor allem buntlaubiger Salbei und Thymian schön. „Bei den Gräsern findet man im Herbst gute Partner, weil sie die Farben verstärken“, ergänzt Franzen. Das gelingt, indem man etwa weiß blühende Callunen mit weiß panaschierten Seggen hervorhebt. Zu rosafarbigen Heiden passen rotlaubige Gräser.

„Auflockernd wirken vor allem rispenbildende Gräser, wie zum Beispiel das Pfeifengras“, findet Häger. Es bildet ein hohes Element im Beet zur Blütezeit von Besen- und Schneeheide, das der Gestaltung Rhythmus verleiht. Darüber hinaus fällt das Pfeifengras mit seiner goldgelben Herbstfärbung im September selbst auf. „Außerdem ergänzen sich die Pflanzen in den Standortansprüchen“, so Häger.

Aber die Gestaltungsmöglichkeiten sind vielfältig: Sogar der Säulen-Wacholder bietet sich an, Alternative sind Bodendecker. Letztere verweben sich mit den rosafarbenen und roten Heidepflanzen zu Matten. „Die Krähenbeere (Empetrum) und die Niedrige Scheinbeere (Gaultheria) passen gut zu Heidepflanzungen“, empfiehlt Häger. Kontraste schaffen auch noch Blühpflanzen wie die Nelke – Franzens besonderer Pflanztipp. „Oder man kann auch kleinblumige Alpenveilchen verwenden.“ dpa/tmn

Den Garten für künftige Dürreperioden vorbereiten

LANGE TROCKENHEIT wie in diesem Sommer setzt Pflanzen im Garten massiv zu. Was können Hobbygärtner mit Blick auf künftige Dürreperioden tun? Die Sächsische Gartenakademie gibt Tipps:

Boden: Beete sollten nicht brach liegen. Eine Gründüngung, zum Beispiel durch Anbau von Gelbsenf, Raps oder Sonnenblumen, hindert nicht nur Unkraut am Wachsen. Die Wasserspeicherfähigkeit des Bodens wird verbessert, weniger Pflanzennährstoffe werden ausgewaschen. Der Boden profitiert auch von der Einarbeitung von Pferde- oder Stallmist und Kompost im Herbst oder Frühjahr. Das fördert die Humusbildung. Mit Blick auf die Wasserversorgung gilt Lehmboden als beste Wahl.

Mulchen: Dies hemmt ebenfalls den Unkrautwuchs und schützt Böden vor dem Austrocknen. Neben Rindenmulch können Hobbygärtner auch Stroh- und Grasschnitt als Abdeckung nutzen.

Pflanzen: Die Auswahl muss stimmen, damit es im Garten auch in Dürreperioden blüht. Diverse Pflanzen haben keine großen Probleme mit Trockenheit, etwa Skabiosen, Kornblumen, Sonnenblumen, Lavendel, Malven oder Kugeldisteln. Ansonsten hilft auch künftig nur: Wässern, und zwar reichlich. Bei extremer Trockenheit brauche beispielsweise Gemüse 20 bis 60 Liter pro Quadratmeter und Woche. dpa/tmn

Sonnenschutz ist Frostschutz

NATÜRLICH HILFT eine Decke aus Vlies oder Reisig, um Gehölze im Garten vor Kälte zu schützen. Doch zusätzlich sollte man sie vor allem vor der Wintersonne schützen. So kann man Erfrierungen vermeiden. Das klingt paradox, ist aber ganz logisch: Längere Frostperioden sind kein Problem für winterharte Pflanzen. Sie können mit der Kälte umgehen – ihr Überleben sichert zum Beispiel das Herunterfahren ihres Stoffwechsels auf ein Minimum, erklärt Michael Koop, Mitglied im Bund deutscher Baumschulen.

Aber an Wintertagen mit Sonnenschein steigen die Temperaturen. Bei Wärme kurbeln die Gehölze ihren Kreislauf wieder an. Doch meist folgen schon in der Nacht darauf wieder bitterkalte Temperaturen. Diesen Wechsel vertragen die Pflanzen nicht. So erleiden sie Frostschäden.

Daher gilt: Der wichtigste Frostschutz ist der Schutz vor der Sonne. Am besten wird dafür eine Mulchschicht beispielsweise aus Herbstlaub auf den Boden gelegt. Das verhindert dessen Erwärmung im Sonnenschein, erklärt Koop. dpa/tmn

Danhauser Bauzentrum
Steinkaufzentrum
GDS Gebäude Reinigung
Baumschule Vogel
grünwert Franken-Ost GmbH
Gehweh Reinigung
Seidel Schleifservice GmbH
Rollo Raab GmbH
Johannes Windisch
Datenschutz