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Fluglotsen regeln im Tower den Luftverkehr. Ein Beruf mit viel Verantwortung – entsprechend gut wird er bezahlt. Foto: Oliver Berg/dpa/dpa-tmn
Fluglotsen regeln im Tower den Luftverkehr. Ein Beruf mit viel Verantwortung – entsprechend gut wird er bezahlt. Foto: Oliver Berg/dpa/dpa-tmn
24.07.2019, 15:00 Uhr

Gut verdienen ohne Studium

Auch in vielen Ausbildungsberufen winken hohe Gehälter und Karrieremöglichkeiten

Wer glaubt, dass nur mit einem Studium ein hohes Einkommen möglich ist, der irrt. Sieben Beispiele beweisen das Gegenteil.

Den richtigen Beruf finden? Das ist für junge Leute oft alles andere als einfach. Es geht darum, Vorlieben und Neigungen auszuloten. Aber auch der Verdienst spielt eine große Rolle. Viele glauben, dass sie nur mit einem Studium ein gutes bis sehr gutes Einkommen erzielen können. Ein Trugschluss. Berufstätige, die eine Ausbildung durchlaufen haben, haben mitunter ebenso Top-Gehälter. Eine Übersicht:

FLUGLOTSEN: Sie gehören zu den Spitzenverdienern unter den Nichtakademikern: Fluglotsen sorgen vom Tower oder vom Kontrollzentrum aus für einen reibungslosen Ablauf des Luftverkehrs in ihrem Sektor. Sie kümmern sich darum, dass Flugzeuge sich nicht behindern oder gar kollidieren und geben den Piloten per Sprechfunk Anweisungen. Bewerber um einen Ausbildungsplatz müssen das Abitur haben und fließend Englisch sprechen. „Außerdem müssen sie verschiedene Eignungstests durchlaufen“, sagt Thomas Röser vom Deutschen Verband für Bildungs- und Berufsberatung. Fluglotsen können laut Bundesagentur für Arbeit (BA) zwischen rund 6400 und 8900 Euro brutto im Monat verdienen.

MECHATRONIKER: Sie arbeiten beispielsweise im Fahrzeug-, Luft- oder Raumfahrzeugbau oder im Maschinen- und Anlagenbau: Mechatroniker bauen etwa Produktionsanlagen oder Spülmaschinen. Dazu stellen sie die entsprechenden Komponenten her, fügen sie zu Systemen zusammen und programmieren oder installieren die nötige Steuersoftware. Das Einstiegsgehalt nach der Ausbildung liegt bei etwa 3100 bis 3600 Euro. Es kann im Laufe der Berufsjahre auf bis zu 6000 Euro und mehr steigen, wie Johannes Wilbert sagt, Leiter des Instituts zur Berufswahl.

BANKKAUFLEUTE: Sie können je nach Arbeitgeber und Region bis zu 5700 Euro im Monat brutto verdienen. Das geht aus dem Entgeltatlas der BA hervor. Bankkaufleute beraten Kunden über Finanzprodukte und bearbeiten Aufträge. Die meisten Geldinstitute stellen für eine Ausbildung Bewerber mit Abitur ein.

HANDELSFACHWIRT: Vergleichsweise hohe Gehälter erzielen auch Handelsfachwirte. Sie planen und steuern Geschäftsprozesse – egal, ob im Ein- und Verkauf, im Marketing und Vertrieb, in der Logistik oder im Personalwesen. „Nach der dreijährigen Ausbildung haben Handelsfachwirte gleich zwei Abschlüsse in der Tasche“, sagt Röser. Das durchschnittliche monatliche Bruttoeinkommen von Handelsfachwirten liegt laut BA-Entgeltatlas bei 5480 Euro.

Wer Maurer werden will, macht eine duale Ausbildung. Danach – und insbesondere mit einem Meistertitel – verdienen die Fachkräfte oftmals sehr gut. Foto: Ina Fassbender/dpa-tmn
Wer Maurer werden will, macht eine duale Ausbildung. Danach – und insbesondere mit einem Meistertitel – verdienen die Fachkräfte oftmals sehr gut. Foto: Ina Fassbender/dpa-tmn
MAURER: Maurer stellen nach der Vorgabe von Architekten Wände, Gewölbe und Stützen aus klein-, mittel- und großformatigen Steinen her, aber auch Schornsteine. Daneben betonieren sie Fundamente und Decken. Von angehenden Azubis erwarten Arbeitgeber häufig ein Hauptschulabschluss. Maurer gehören ebenfalls zu den Besserverdienern in Deutschland: „Bei entsprechender Weiterbildung zum Meister können sie je nach Region über 5000 Euro verdienen“, erklärt Wilbert.

MATSE: Anforderungen analysieren, Software entwerfen, programmieren, testen – das sind die Kernaufgaben von mathematisch-technischen Softwareentwicklern. Für eine Ausbildung stellen die Betriebe nach Angaben der BA meist Leute mit Abitur ein. Nach dem BA-Entgeltatlas kann das durchschnittliche Einkommen der Entwickler bei bis zu 5100 Euro liegen – das unterscheidet sich aber je nach Bundesland.

BERUFSFEUERWEHR: Berufsfeuerwehrleute löschen nicht nur Brände. Sie bergen Verletzte, retten Menschen aus Notlagen oder neutralisieren ausgetretene Gefahrstoffe nach einem Unfall. Laut Entgeltatlas der BA liegt das monatliche Bruttoeinkommen von Berufsfeuerwehrleuten im Schnitt bei 4375 Euro. Je nach Region kann es aber auch höher sein – in Nordrhein-Westfalen sind zum Beispiel 5200 Euro möglich. dpa/tmn

Kulmbacher Brauerei

Wie viele Stunden dürfen Auszubildende eigentlich arbeiten?

Wer eine Ausbildung beginnt, macht oft zum ersten Mal Bekanntschaft mit der Arbeitswelt. Da ist es gut, die wichtigsten Regeln zu kennen: Zum Beispiel zur Arbeitszeit. Wie viele Stunden dürfen Auszubildende maximal arbeiten? Wie sind hier die Regeln? Das unterscheidet sich – je nachdem, ob der Auszubildende volljährig oder noch unter 18 Jahre alt ist, erklärt Alexander Bredereck, Fachanwalt für Arbeitsrecht.

Für Volljährige gelte wie für alle anderen Arbeitnehmer das Arbeitszeitgesetz. Sie dürfen also acht Stunden täglich und an sechs Tagen in der Woche arbeiten – das sind 48 Stunden pro Woche. Die Arbeitszeit kann auf zehn Stunden täglich und 60 Stunden wöchentlich verlängert werden. Dann muss allerdings sichergestellt sein, dass Auszubildende innerhalb von sechs Monaten im Schnitt nicht mehr als acht Stunden pro Tag arbeiten.

Für Jugendliche gelten dagegen andere Regeln. Bei Minderjährigen greift das Jugendarbeitsschutzgesetz (JArbSchG), wie Bredereck erläutert. Demnach darf der Arbeitgeber Jugendliche nicht mehr als acht Stunden täglich und nicht mehr als 40 Stunden wöchentlich beschäftigen, erklärt der Fachanwalt.

Außerdem regelt das Gesetz, dass Jugendliche nicht zwischen 20 und 6 Uhr beschäftigt werden dürfen. „Für bestimmte Branchen kann es aber Ausnahmeregelungen geben“, so Bredereck. Das trifft etwa für die Gastronomie zu. Auch die Arbeit an Wochenenden sowie an Feiertagen ist nur dann erlaubt, wenn der Arbeitgeber dafür Ausgleichstage sicherstellt. dpa/tmn

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