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Finanzspritze: Für Weiterbildungen nach der fertigen Ausbildung können Absolventen ein spezielles Stipendium nutzen. Foto: Christin Klose/dpa-tmn
Finanzspritze: Für Weiterbildungen nach der fertigen Ausbildung können Absolventen ein spezielles Stipendium nutzen. Foto: Christin Klose/dpa-tmn
28.01.2020, 14:00 Uhr

Lohn für besondere Leistungen

Höhere Förderung: So funktioniert das Weiterbildungsstipendium

Für Absolventen einer dualen Ausbildung lohnt es sich künftig mehr denn je, sich für das sogenannte Weiterbildungsstipendium zu bewerben. Die maximale individuelle Förderhöhe steigt nach Angaben der Stiftung Begabtenförderung berufliche Bildung (SBB) von 7200 Euro auf 8100 Euro. Die Änderung gilt seit Jahresbeginn 2020. Außerdem wurde die Förderung von Weiterbildungen im Ausland erleichtert. Sie steht auch Absolventen bestimmter Gesundheitsfachberufe offen. Wer in das Programm des Bildungsministeriums aufgenommen wird, kann sich mit dem Geld aus dem Fördertopf nach Abschluss seiner Ausbildung in seinem Fachgebiet weiterqualifizieren.

Welche Voraussetzungen muss ich mitbringen?

Wer sich für das Stipendium interessiert, muss eine abgeschlossene Berufsausbildung haben. Zudem brauchen Bewerber einen Beleg für besondere Leistungen in der Ausbildung oder in der Berufspraxis, wie Andreas van Nahl von der SBB erklärt. „Dafür gibt es mehrere Möglichkeiten, etwa ein Gesamtergebnis in der Ausbildungsprüfung von besser als ,gut’ oder eine Platzierung unter den ersten drei bei einem beruflichen Leistungswettbewerb auf Landes- oder Bundesebene.“ Außerdem können der Arbeitgeber oder die Berufsschule begabte Auszubildende vorschlagen. „Das spielt insbesondere dann eine Rolle, wenn jemand mit schwierigen Startvoraussetzungen in die Ausbildung gestartet ist und im Verlauf der Ausbildung eine besondere Entwicklung gemacht hat“, erklärt van Nahl.

Grundsätzlich dürfen die Bewerber nach Informationen des Bundesbildungsministeriums (BMBF) nicht älter als 24 Jahre sein. Ausnahmen gelten, wenn Absolventen etwa Elternzeiten oder einen Freiwilligendienst nachweisen.

Berufliches Schulzentrum Kulmbach

Was muss ich für die Bewerbung tun?

Ausbildungsabsolventen, die sich über das Stipendium informiert haben, können für ihre Bewerbung ein Stammblatt bei der zuständigen Stelle anfordern. Das senden sie zusammen mit ihrem Abschlusszeugnis und weiteren Unterlagen zum Nachweis ihrer besonderen Leistungen ein.

Die Stipendien werden unter anderem von den Industrie- und Handelskammern, Handwerkskammern oder Landesbehörden vergeben, die auch die Berufsabschlussprüfung abnehmen. Die jeweilige Stelle gibt das Stammdatenblatt an Bewerber aus. Die Termine für die Bewerbung und die Vergabe legen sie ebenfalls jeweils selbst fest, so van Nahl. Absolventen der Fachberufe im Gesundheitswesen und Physiotherapeuten wenden sich direkt an die SBB.

Wo finde ich passende Kurse?

Nach der Aufnahme in das Programm können Stipendiaten und Stipendiatinnen ihre Weiterbildungen selbst auswählen. Infos und Beratung erhalten sie wiederum bei den zuständigen Stellen, etwa einer Handwerkskammer oder bei der SBB.

Häufige Weiterbildungen, Meisterlehrgänge etwa, würden oft die Bildungszentren der Kammern anbieten, so van Nahl. Nach Absprache seien aber auch selbst organisierte Weiterbildungen möglich. „Eine Maskenbildnerin aus Weimar besuchte kürzlich einen Lehrgang in England bei einem Maskenkünstler, der auch für die Harry-Potter-Filme gearbeitet hatte“, veranschaulicht der Experte.

Welche und wie viele Weiterqualifizierungen kann ich fördern lassen?

Wer ins Stipendium aufgenommen wird, dem stehen über einen Zeitraum von drei Jahren Fördergelder von insgesamt 8100 Euro zur Verfügung. Sie können zum Beispiel für Lehrgangs- oder auch Prüfungskosten eingesetzt werden. Der Eigenanteil beträgt jeweils zehn Prozent, wie das BMBF informiert.

Für welche Qualifizierung das Geld genutzt wird, sei ganz unterschiedlich, so van Nahl. Im Handwerk setzen Absolventen die Förderung oft für Meisterlehrgänge ein, die in der Regel mehrere tausend Euro kosten. In anderen Berufen, in der Pflege oder im Notfallsanitätsdienst etwa, wählten Stipendiaten und Stipendiatinnen aber auch oft auch „sieben, acht oder sogar zehn mittlere und kleinere Weiterbildungen“ aus – vom Wundmanagement bis zu Softwarekursen. dpa/tmn

Überblick im Weiterbildungsdschungel

Soll es der Meister, der Techniker oder doch ein Fachwirt sein? Wer auf die erste Ausbildung eine Zusatzqualifikation aufsatteln will, sollte sich persönlich beraten lassen. Als Anlaufstellen eignen sich zum Beispiel eine IHK, eine Handwerkskammer sowie ein Branchen- oder Berufsverband. Das erklärt die Bundesagentur für Arbeit auf dem Portal „abi.de“. Dass es so viele verschiedene Fortbildungen gibt, liegt vor allem daran, dass sie auf bestimmte Branchen oder Aufgaben spezialisiert oder aber generalistisch gehalten sind. Zur Unterscheidung heißt es auf „abi.de“:

Meister: Die Fortbildungen zum Meister sind in ganz Deutschland einheitlich geregelt. Der Abschluss ist laut Deutschem Qualifikationsrahmen (DQR) dem Bachelor gleichgestellt. Jede Branche hat ihren eigenen Industriemeister, zum Beispiel in der Chemie oder der Elektrotechnik. Fachmeister dagegen spezialisieren sich auf genau ein Fachgebiet: Es gibt etwa die Weiterbildung zum Restaurantfachmeister in der Gastronomie oder den Wassermeister, der in Wasserwerken die Aufbereitung leitet. Außerdem hat jedes Handwerk seinen eigenen Meister, sei es bei den Bäckern oder Fleischern.

Techniker: Die Weiterbildungen zum Techniker sind auf Länderebene geregelt, die Lehrgänge werden jeweils an kostenlosen Fachschulen angeboten. Abhängig davon, an welcher Einrichtung man den Abschluss macht, wird man „staatlich geprüfter“ oder „geprüfter“ Fachwirt. Auch der Techniker entspricht einem Bachelorabschluss.

Fachwirt: Diese Aufstiegsfortbildungen sind wiederum immer staatlich anerkannt und bundesweit gleich geregelt. Auch dieser Abschluss ist einem Bachelor gleichwertig. Ein Fachwirt folgt in der Regel im Anschluss an eine kaufmännische Ausbildung. Fachwirtweiterbildungen gibt es mit Spezialisierung auf ein Fachgebiet – wie etwa als Marketingfachwirt. Andere sind auf eine Branche ausgerichtet, so zum Beispiel der Buchhandelsfachwirt.

Betriebswirt: Wer eine Weiterbildung zum Betriebswirt absolviert, erreicht einen Abschluss, der dem Master gleichgestellt ist. Betriebswirtabschlüsse sind zum Teil landesrechtlich geregelt, zum Teil bundesrechtlich. Die Fortbildungen stehen nicht nur Personen mit kaufmännischen Berufsabschlüssen offen. Auch ein Handwerksmeister kann zum Beispiel noch einen Betriebswirt aufsatteln. dpa/tmn
  
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