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EINGEPACKT DURCH DEN WINTER: Viele Pflanzen auf der Terrasse sollten Hobbygärtner in der kalten Jahreszeit nicht sich selbst überlassen.
EINGEPACKT DURCH DEN WINTER: Viele Pflanzen auf der Terrasse sollten Hobbygärtner in der kalten Jahreszeit nicht sich selbst überlassen.
10.09.2019, 11:00 Uhr

Schutz für Pflanzen und Möbel

Im Sommer haben Balkon und Terrasse Saison. Doch wenn die Temperaturen sinken, brauchen Möbel, Pflanzen und Gartenaccessoires Schutz.

Mehrjährige Balkon- und Kübelpflanzen unterscheiden Gartenexperten in zwei Gruppen: winterhart und frostempfindlich. „Für Kübelpflanzen, die nicht winterhart sind, heißt es: ab nach drinnen“, sagt Martin Breidbach, Gartenberater im Verband Wohneigentum. „Selbst bei einem milden Winter sinken die Temperaturen so weit ab, dass die Pflanzen draußen zu stark geschädigt werden oder ganz erfrieren.“

Das ideale Überwinterungsquartier für solche Gewächse ist hell, aber kühl bei Temperaturen zwischen fünf und zehn Grad. „Trockenwarme Luft in geheizten Räumen bekommt den Pflanzen nicht so gut. Schädlinge wie die Weiße Fliege, Thripse oder Woll- und Schildläuse entwickeln sich dann besonders gut und stören massiv die Entwicklung der Pflanzen“, erklärt Breidbach.

Wer selbst keinen Platz hat, kann die frostempfindlichen Pflanzen auch fachmännisch überwintern lassen: „Viele Landschaftsgärtner bieten einen Überwinterungsservice, bei dem man sich um nichts kümmern muss“, berichtet Michael Henze vom Bundesverband Garten- und Landschaftsbau (BGL).

PFLANZENKÜBEL sollten im Winter draußen nicht ohne Schutz auf dem Boden stehen – Bretter können die Kälte von unten abhalten. Fotos: Florian Schuh/dpa-tmn
PFLANZENKÜBEL sollten im Winter draußen nicht ohne Schutz auf dem Boden stehen – Bretter können die Kälte von unten abhalten. Fotos: Florian Schuh/dpa-tmn
Aber auch winterharte Balkonpflanzen kommen nicht ohne einen Schutz durch die frostige Jahreszeit. „Winterhart bedeutet, dass eine Pflanze den Winter im Freiland – also in den Boden gepflanzt – gut und ohne Schutz übersteht“, erläutert Mechtild Ahlers von der Niedersächsischen Gartenakademie. Im Kübel und im Balkonkasten ist der Wurzelbereich hingegen nur bedingt isoliert, dabei ist er gerade der frostempfindlichste Teil.

Um die Wurzeln gegen Kälte zu schützen, empfiehlt Ahlers, den Kübel mitsamt Pflanze in einen zweiten, größeren Kübel zu stellen und den Zwischenraum mit Laub oder Tannenzweigen zu füllen. „So dekoriert bieten sie Lebewesen wie Schlupfwespen, Schmetterlingspuppen und Insekten einen Lebensraum“, so Ahlers.

Alternativ kann man den Topf auch in einen Jutesack einschlagen, der mit Polsterfolie, dickem Vlies oder Laub gefüllt ist. „Die Kübel dürfen nicht direkt auf dem nichtisolierten Boden stehen, da sonst die Kälte an die feucht gehaltenen Wurzeln gelangt“, erklärt die Gartenberaterin Ahlers. Ihr Tipp: die eingeschlagenen Kübel auf eine Isomatte, Styroporplatte oder Bretter stellen.

Grundsätzlich sollten die Gefäße, die mit Erde gefüllt den Winter über draußen bleiben, immer frosthart sein. „Gefrorene Erde dehnt sich aus und kann die Gefäße zum Platzen bringen. Im besten Fall platzen nur Ecken ab, im schlimmsten Fall werden sie komplett gesprengt“, erklärt BGL-Experte Henze.

MANCHE GARTENMÖBEL sollten vor dem Winter nach innen wandern. Foto: Christin Klose
MANCHE GARTENMÖBEL sollten vor dem Winter nach innen wandern. Foto: Christin Klose
Immergrünen Gewächsen wie Buchs sollte man ein schattiges Plätzchen einräumen oder sie mit einem leichten Vlies abdecken, da sie durch die Wintersonne leicht verbrennen können. „Da diese Pflanzen auch im Winter Photosynthese betreiben, rate ich zu einer gelegentlichen Wassergabe bei frostfreiem Wetter, um Vertrocknungsschäden bei intensiver Sonneneinstrahlung zu minimieren“, sagt Gartenberater Breidbach.

Gegen die kalten Winterwinde helfen zudem Kiefernzweige, Ruten und Reiser, die in die Kübelpflanzen gesteckt werden. „Das sieht dekorativ aus und schützt gleichzeitig die Triebbasis und Veredlungsstelle vieler Kübelpflanzen“, ergänzt Ahlers. Winterschutz sollte ihrer Ansicht nach immer mit Blick auf die Wetterlage erfolgen, sprich: wenn die Minusgrade tatsächlich in Sicht sind. „Der Winter gefährdet die Pflanzen nur bei extremen Minusgraden, eiskalten Winden und starker Wintersonneneinstrahlung. Dann sollte man vorbereitet sein und schnell reagieren“, sagt Ahlers. „Erwärmt sich das Wetter zwischenzeitlich, sollte man die Winterverpackung lüften und Pflanzen kontrollieren.“

Damit der Außenbereich im Winter nicht allzu trist aussieht, kann man Kübel und Kästen auch mit frostharten, kleinwüchsigen Koniferen, Ilex, Winterheide, Skimmien, Gaultherien und Efeu bepflanzen. „Christrosen sind dankbare und blühfreudige Stauden, die den ganzen Winter über blühen“, sagt Breidbach. „Wer frühzeitig im Herbst Blumenzwiebeln in einen Kübel legt, kann sich zudem im zeitigen Frühjahr an ihrer Blüte erfreuen.“

Gartenmöbel einwintern

Bei Gartenmöbeln hängt der Winterschutz vom Material ab. Stühle, Tische und Bänke aus Metall und Kunststoff können im Freien bleiben, wenn man sie mit einer Schutzhülle bedeckt, sagt Henze. Bei Holz kommt es darauf an: „Teak, Rubine und Eukalyptus sind robuste Hölzer und können draußen bleiben, wenn sie imprägniert sind. Lackierte Möbel sollte man besser im Keller verstauen, sonst hat man im kommenden Jahr keine Freude mehr daran.“ Henze empfiehlt, die Gartenmöbel gründlich trocknen zu lassen, bevor man sie einlagert. Das gilt auch für den Sonnenschutz: „Entfernen Sie beim Sonnenschirm Algen und anderen Schmutz und packen Sie ihn gut ein – sonst müssen Sie sich im nächsten Jahr einen neuen kaufen.“ dpa/tmn

Ältere Frühsommer-Stauden im September teilen

SIND DIE STAUDEN mit Blütezeit im Frühsommer in die Jahre gekommen, lassen sie sich teilen und so verjüngen. Der September ist dafür eine gute Zeit, wie die Experten der Gartenakademie Rheinland-Pfalz erläutern. Das gilt auch für Pfingstrosen, Taglilien und Christrosen. Die Wurzelballen werden dafür einfach aus dem Boden geholt, mit einem scharfen Messer geteilt und wieder eingesetzt. Ein Tipp: Damit man den Wurzelverlauf besser erkennt, die Erde vom Wurzelballen vor dem Teilen mit Wasser abwaschen.

Unter Stauden versteht man höhere Pflanzen, die über viele Jahre wachsen. Ihre einprägsamste Eigenschaft: Wenn sie verblüht sind, sterben in der Regel die oberflächlichen Teile ab. Aber der Wurzelstock bleibt erhalten, überwintert und treibt im Folgejahr wieder aus. Mit der Zeit können Stauden Alterserscheinungen zeigen, sie erblühen etwa nicht mehr so prächtig oder sind anfälliger für Krankheiten. Werden sie immer mal wieder mit einem beherzten Schnitt durch den Wurzelballen geteilt, können sie aber sehr alt werden. Es gibt jedoch Ausnahmen, es wird davon abgeraten, Pflanzen mit Pfahlwurzeln zu teilen. dpa/tmn

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